Ich bin doch kein Heini!? Übungen zur Gewaltprävention bei Fünf- bis Neunjährigen

 

Autoren: Rüdiger Schilling, Adolf Gallwitz

Seiten: 90

Erscheinungsjahr: 2007

ISBN: 978-3-927983-43-4

€ 14,80
incl. MwSt.

 

Stern

"Mach niemanden die Tür auf!" oder "Steig zu keinem Fremden ein!" sind wohlgemeinte Ratschläge. Nur: Wer ist eigentlich fremd? Ist es der Nachbar, der Onkel. Oder ist es der Vati der Schulfreundin, der das siebenjährige Mädchen im strömenden Regen fragt, ob es nicht doch mitfahren möchte? Nach einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen aus dem Jahr 1995 finden zwei Drittel aller Fälle sexueller Gewalt im sozialen Nahbereich statt. Dies wiederum heißt, dass es zwischen Opfer und Täter eine, wenn auch nur flüchtige, Vorbeziehung gibt.

Rüdiger Schilling versucht, Kinder im Verhalten gegenüber „Fremden“ und gegenüber all denen zu stärken, die ein „schlechtes Gefühl“ hervorrufen. Es wird Kindern das Verhalten gegenüber Fremden anhand verschiedener Situationen (Haustür, Auto, Spielplatz) spielerisch nahe gebracht. „Heini“ verhält sich falsch, erweckt bei den Kindern somit Betroffenheit und diese können dann „Heini“ zeigen, wie es besser wäre. Das Verhalten gegenüber Fremden an der Haustür, im Auto oder am Spielplatz wird thematisiert, und die Kinder können das Erlernte problemlos in den sozialen Nahraum übertragen, da sie spielerisch eine dreiteilige Fragenstraße vermittelt bekommen, die ihnen Selbstsicherheit bietet. Dabei ist klar, dass diese Stärkung nicht ohne all diejenigen funktioniert, die Erziehungsverantwortung übernehmen. Deshalb ist dieses Buch auch so aufgebaut, dass z.B. Eltern sich zuerst über Mechanismen und Hintergründe von Gewalt informieren können, um sich dann selbst mit dem Phänomen zu beschäftigen.

Rüdiger Schilling wurde 1961 in Pforzheim geboren. 1979 trat er in den Dienst der Polizei Baden-Württemberg ein. Sein Studium an der Hochschule für Polizei hatte Schwerpunkte im Bereich Psychologie, Soziologie, Kriminologie. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet der Autor schwerpunktmäßig in der Jugendsachbearbeitung und der Kriminalprävention. Seit 1999 ist er Lehrbeauftragter an verschiedenen Fachhochschulen und in der polizeiinternen Ausbildung.

Das hier vorgelegte Buch entstand mit kompetenter Unterstützung namhafter Autoren und in polizeilicher wie sozialarbeiterischer Begleitung. Es soll allen an der Erziehung Beteiligten Rat- und Ideengeber sein, ohne dabei Kindern und Eltern Angst zu machen.